Zu viele SMS können zu Stress, Selbstzweifeln und Halluzinationen führen

Als Handys Ende der 1990er Jahre massentauglich wurden, setzte sich neben dem mobilen Telefonieren auch das SMSen durch. Ein Service, der es erlaubt mit 160 Zeichen miteinander zu kommunizieren. Im Gegensatz zum Telefonieren kann dieser Service ständig genutzt werden und wird nicht als Störfaktor von der Umwelt wahrgenommen. Doch wie so viele technische Entwicklungen hat auch diese einen signifikanten Einfluss auf Mensch und Kultur.

Zum Beispiel entwickelte sich durch das SMS schreiben eine weitverbreitete Abkürzungskultur, welche auch in Chats und E-Mails anzutreffen ist. Neben diesem Phänomen, das insbesondere für Linguisten von Interesse ist, können aber auch Symptome bei Jugendlichen beobachtet werden, die auf bestimmte Krankheitsbilder hinweisen können.

Zu diesem Ergebnis kam die australische Forscherin Jennie Caroll, die vor der Verbreitung von durch SMS verursachten Krankheiten warnt. Denn SMS schreiben könne zu Stress, Selbstzweifeln und Halluzinationen führen. Dabei unterscheidet sie vier Krankheitstypen, die gewöhnungsbedürftig klingen, aber im Alltag auch von Leihen beobachtet werden können:

  • Textraphrenie – der feste Glaube, das Mobiltelefon habe eine ankommende Nachricht signalisiert, in Wirklichkeit war aber nichts.
  • Post-textisches Stress-Syndrom – der SMS-Schreiber läuft irgendwo gegen oder bekommt überhaupt nicht mehr mit, was um ihn herum passiert.
  • Tangstgefühle – Selbstzweifel, wenn nach einer Weile keine neue SMS ankommt.
  • Koma-Texten – unzählige SMS verschicken, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Beispielsweise verschicke einer der Probanden 4000 Nachrichten in nur neun Tagen.

Bedauerlichweise fördern SMS-Flatrates diverser Mobilfunkanbieter das manische Texten und somit auch einen unnatürlichen Umgang mit diesem Service. Beispielsweise wurden in Deutschland im Jahr 2009 unglaubliche 34,4 Milliarden SMS verschickt.

Daher gilt es, einen bewussten Umgang mit dem Mobiltelefon zu fördern, der den Nutzen dieser Technik benennt, aber gleichzeitig auch die Gefahren hervorhebt.

Im Zweifelsfall: das Handy öfters mal ausschalten oder nur im Notfall benutzen.

Foto: Viktor Mildenberger / pixelio.de

Über Redaktion 62 Artikel
Rainer Zajonz ist seit über 20 Jahren im E-Commerce unterwegs. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und diversen Zusatzqualifikationen wie zum Beispiel Marketing-Controlling ist er hauptsächlich Unternehmerisch tätig. Auf Gegenwelle.de berichtet er über aktuelles Zeitgeschehen, ohne auf sein kritisches Credo verzichten zu wollen.

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