WLAN und Handytelefonie über die Strassenlaterne – das Aus des Mobilfunkturms in Wohngebieten?

Funkstation in einer Straßenlaterne vor dem Rathaus in Brühl
Hotspots in Straßenlaternen vor dem Rathaus in der Innenstadt von Brühl

Unter der Registernummer EP 0 840 464 A1 hat die Siemens AG am 29.10.1996 eine Basissation für ein Mobilfunksystem beim Europäischen Patentamt angemeldet.

Die Funkstation für ein Kommunikationssystem wird in ein Gehäuse einer Beleuchtungseinrichtung mit einem Lichtstrahler und einer Stromversorgung integriert. Durch die Kombination einer Funkstation mit einer Beleuchtungseinrichtung verringert sich der Installationsaufwand für eine Basisstation in einem GSM-Mobilfunknetz erheblich. Die Sendeeinheit ist leicht zu erreichen, vor Wettereinflüssen geschützt, bereits mit Strom versorgt und verändert das Strassenbild nicht zusätzlich.

Die Idee ist so einleuchtend wie ertragreich und wird bereits umgesetzt. So will die US-Amerikanische Stadt Philadelphia ihren Bewohnern in einem ehrgeizigen Projekt flächendeckend und kostenfrei drahtlose Internetzugänge über WLAN bieten.

Für eine Summe von zehn Millionen US-Dollar soll die komplette Stadt auf einer Fläche von 350 Quadratkilometern mit Hotspots ausgestattet werden. Dies berichtet das Online-Magazin futureZone. Die Hotspots sollen vor allem in die Masten der Straßenbeleuchtung untergebracht werden. Damit wäre Philadelphia die größte Stadt, die ein derartiges Unterfangen in Angriff nimmt. In New York plant die Stadtverwaltung bereits, 18.000 Laternenmasten für rund 20 Millionen Dollar jährlich an WLAN-Betreiber zu vermieten. Das Interesse ist vorhanden – die Unternehmen T-Mobile USA, NExtel und IDT haben bereits angefragt.

In Deutschland plante die Hansestadt Hamburg bereits 2003 als erste Kommune ein flächendeckendes Netz von WiFi-Hotspots. Dafür war geplant, jede Straßenlaterne in der Hamburger City mit einem Hotspot auszustatten. “Egal, wo Sie stehen und gehen, Sie sind immer mit 2,3 MBit pro Sekunde versorgt”, verspricht Stephan Sachse, Geschäftsführer der Datenlotsen Informationssysteme, die zusammen mit den Hamburgischen Elektrizitätswerken  (HEW) die Umsetzung innerhalb eines Jahres umsetzen wollen.

Damit wird zum ersten Mal versucht, die auf eine Reichweite von rund 100 Metern beschränkten Hotspots so zu verknüpfen, dass eine Verbindung nicht mehr abreißt. Die Datengeschwindigkeit von 2,3 Megabit pro Sekunde übertrifft sogar die Geschwindigkeit herkömmlicher DSL-Anschlüsse.

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