Nahrungsmittel werden mit krebserregendem Ethylenoxid begast, um Keime abzutöten.

Sesam
© Gemaco - Sesam

In der EU ist diese Praxis verboten, der Verkauf der Produkte allerdings erlaubt.

Rückstände des krebserregenden Gases Ethylenoxid in Sesam machen seit Monaten Schlagzeilen. Die Stiftung Warentest hat Saaten, Sesammus, -öl und -riegel untersucht – und ist fündig geworden. Vier Sesamsaaten übersteigen die gesetzlich zulässigen Höchstgehalte für Ethylenoxid-Rückstände von 0,05 Milligramm pro Kilogramm Sesam um ein Vielfaches. Die Tester prüften stichprobenartig 44 Sesamsaaten und -lebensmittel, darunter 19 Bio-Produkte. 40 Produkte waren hinsichtlich Ethylenoxid-Rückständen unauffällig.

Vier Sesamsaaten übersteigen die gesetzlich zulässigen Höchstgehalte

  • Heera
  • Anatolia
  • Bamboo Garden Japan
  • TRS Asia’s Finest Foods

Am stärksten ist die Sesamsaat von Heera belastet. Nur 34 Körnchen täglich – nicht mal ein halber Teelöffel voll – schon ist die Menge erreicht, die gerade noch als wenig bedenklich gilt. Die Sesamsaat von Anatolia, Bamboo Garden Japan und TRS Asia’s Finest Foods übersteigen ebenfalls den Höchstgehalt um ein Vielfaches. Die Tester entdeckten Ethylenoxid-Rückstände nur in purem Sesam.

Nahrungsmittel werden mit Ethylenoxid begast, um Keime abzutöten. In der EU ist das verboten, in Ländern wie etwa Indien aber durchaus noch Praxis.

Mehr als 450 Funde meldete seit September das EU-Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel – fast nur in Sesam aus Indien. Die unbelasteten Produkte im Test sind in puncto Ethylenoxid-Rückstände unbedenklich. Steht auf anderer Ware aber Indien als Herkunftsland auf der Packung, lieber Finger weg. Ebenso bei unklarer Herkunft.

Die detaillierten Ergebnisse sind unter www.test.de/sesam abrufbar. Dort findet sich auch eine Liste mit zurückgerufenen Produkten, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.

© Stiftung Warentest, Bild: Gemaco

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