Handy und Gesundheit: SMS-Wahn mit Folgen

Ende letzten Jahres führte der Musiksender MTV einen scheinbar unglaublichen Mobilfunktarif ein, indem für knapp 15 Euro im Monat die Möglichkeit gegeben wurde, 5000 SMS zu verschicken.

Wer soll das denn schaffen, staunte vielleicht der eine oder andere. Mehr Menschen als man denkt, denn aus dieser Angebotsoption wurde längst eine SMS-Flatrate. Diese Flatrates und die große Gerätbasis in Deutschland von rund 108 Millionen Mobilfunkanschlüssen haben dazu beigetragen, dass im Jahr 2009 sagenumwobene 34,4 Milliarden SMS verschickt wurden. Doch bei dieser Zahl zucken nicht nur Linguisten zusammen, die seit Jahren einer neuen Sprache beim Entstehen zuschauen, die in ihrer Kürze, Prägnanz und Merkwürdigkeit nicht nur auf die SMS beschränkt bleibt, sondern in den mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch übergeht. Denn obwohl die Strahlenbelastung beim Verschicken einer SMS niedriger ist als beim Telefonieren per Handy, gilt auch hier: ohne Strahlung kein Empfang. Darüber hinaus sind zu viele SMS schlecht für Hals, Schulter und Hand. 

Neue Technologien bringen auch neue Krankheiten. Früher hat der Mensch unter schwerer körperlicher Arbeit gelitten, heute diagnostiziert der Arzt immer häufiger den „Mausarm“, eine Erkrankung des Handgelenks durch Arbeiten mit der Computermaus.

Und auch wenn Lesen bildet, besteht hier die Gefahr sich eine Ellbogenschleimbeutelentzündung zuzuziehen, weil die beim häufigen Lesen aufgestellten Ellbogen, eine mechanische Dauerbelastung darstellen, die zu einer Entzündung führen kann.

Gleiches gilt für das SMS-Schreibern per Handy, das langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann und orthopädische Probleme schafft. Ursache sei die Körperposition beim SMS-Schreiben – vor allem die Unbeweglichkeit von Schulter und Rücken ohne gezieltes Rückentraining sowie die sich schnell bewegenden Finger.

An der Temple University, wo man diese Studie durchgeführt hat, kam man mittels Infrarot-Kameras, Bewegungsanalysen und Herzschlag-Monitore, zu dem Schluss: „Je mehr Textnachrichten Studenten täglich verschicken, desto mehr Schmerzen haben sie in Hals und Schulter.“

Um ein unnötige Strahlenbelastung und unnatürliche Bewegungen zu vermeiden, sollte man das Handy häufiger weglegen, ausschalten und vielleicht mal wieder richtige Gespräche führen: im Café oder per Festnetzanschluss.

Also Sendepause, oder wie das SMS-Kürzel dazu lautet: SP!

Über Redaktion 62 Artikel
Rainer Zajonz ist seit über 20 Jahren im E-Commerce unterwegs. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und diversen Zusatzqualifikationen wie zum Beispiel Marketing-Controlling ist er hauptsächlich Unternehmerisch tätig. Auf Gegenwelle.de berichtet er über aktuelles Zeitgeschehen, ohne auf sein kritisches Credo verzichten zu wollen.

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