Als Handys Ende der 1990er Jahre massentauglich wurden, setzte sich neben dem mobilen Telefonieren auch das SMSen durch. Ein Service, der es erlaubt mit 160 Zeichen miteinander zu kommunizieren. Im Gegensatz zum Telefonieren kann dieser Service ständig genutzt werden und wird nicht als Störfaktor von der Umwelt wahrgenommen. Doch wie so viele technische Entwicklungen hat auch diese einen signifikanten Einfluss auf Mensch und Kultur.
Ende letzten Jahres führte der Musiksender MTV einen scheinbar unglaublichen Mobilfunktarif ein, indem für knapp 15 Euro im Monat die Möglichkeit gegeben wurde, 5000 SMS zu verschicken.
Wer soll das denn schaffen, staunte vielleicht der eine oder andere. Mehr Menschen als man denkt, denn aus dieser Angebotsoption wurde längst eine SMS-Flatrate. Diese Flatrates und die große Gerätbasis in Deutschland von rund 108 Millionen Mobilfunkanschlüssen haben dazu beigetragen, dass im Jahr 2009 sagenumwobene 34,4 Milliarden SMS verschickt wurden. Doch bei dieser Zahl zucken nicht nur Linguisten zusammen, die seit Jahren einer neuen Sprache beim Entstehen zuschauen, die in ihrer Kürze, Prägnanz und Merkwürdigkeit nicht nur auf die SMS beschränkt bleibt, sondern in den mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch übergeht. Denn obwohl die Strahlenbelastung beim Verschicken einer SMS niedriger ist als beim Telefonieren per Handy, gilt auch hier: ohne Strahlung kein Empfang. Darüber hinaus sind zu viele SMS schlecht für Hals, Schulter und Hand.
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