Der Mobilfunkanbieter Telefonica O2 Germany bleibt seiner Linie der Täuschung der Bevölkerung treu. Frank Schönborn gibt als Vertreter des Unternehmens Verstösse zu.

Vorgestern hat die Bima, die Bürgerinitiative Mobilfunk Aichwald zum 35. Mal mit einem Fackelzug gegen einen Mobilfunkmasten im Ortskern von Aichwald-Aichelberg protestiert. Der Protest hat inzwischen Erfolg gezeitigt. Zurzeit sucht ein Sachverständiger im Auftrag der Gemeinde nach Alternativstandorten, die außerhalb des Teilortes Aichelberg liegen. In vier Wochen soll das Gutachten fertig sein und dann wird der umstrittene Mast verlegt.

Auf einer Podiumsdiskussion im Februar hatte Frank Schönborn als Vertreter des Mobilfunkanbieters O2 zugesagt, den Masten abzubauen, sobald ein Alternativstandort gefunden sei. Gestern hat ein Unternehmenssprecher diese Aussage noch einmal bestätigt. Noch steht der Mast in der Ortsmitte auf dem Dach des ehemaligen Gasthofs Löwen. Er ist damit in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule, der Ganztagesbetreuung und dem Kindergarten in Aichelberg, wo etwa 40 Kinder untergebracht sind. Reinhard Bescherer, ein Sprecher der Bima, hält diesen Zustand für untragbar. “Seit dem 16. September haben wir protestiert, erst täglich, und dann wöchentlich, immer montags”, sagt er. Der Computer-Spezialist hofft jedoch, dass mit der gegebenen Zusage von O2 die Demonstrationen bald nicht mehr nötig sein werden.

Die Initiative hat mit dem Aichwalder Bürgermeister Nicolas Fink einen wichtigen Verbündeten. Das Auftreten des Mobilfunkbetreibers in den letzten Monaten hat dem Verwaltungschef gelinde gesagt, missfallen. Er kommentiert es mit den Worten: “Das Verhalten von O2 ist weder nachvollziehbar noch hinnehmbar.” Gleich zweimal fühlte sich der Bürgermeister von dem Unternehmen düpiert. Das erste Mal nach einem Schriftwechsel in der Mitte des vergangenen Jahres: “Wir wurden informiert, dass O2 auf dem Löwen einen Mast errichten wolle, als wir sagten, ,das billigen wir nicht”, erklärte man uns sinngemäß, ,das interessiert uns nicht”", berichtet Fink.

Das zweite Mal habe sich O2 in den Augen des Bürgermeisters ungebührlich genommen, als es zwar zugesagt habe, an einem runden Tisch teilzunehmen, jedoch am selben Tag, an dem der runde Tisch zusammentraf, den Masten installieren ließ – obwohl sich O2 verpflichtet habe, Mobilfunkstandorte im Benehmen mit den Gemeinden zu suchen. Bei der Podiumsdiskussion im Februar hat Schönborn als Vertreterdes Konzerns zugegeben, gegen diese Selbstverpflichtung verstoßen zu haben.

Auch räumte ein Unternehmenssprecher von O2 ein, dass bei der Standortsuche nicht alles “ganz glatt” gelaufen sei. Allerdings habe man die Gemeinde Aichwald rechtzeitig informiert.

Quelle: Stuttgarter Zeitung – http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.02-verlegt-mobilfunkmasten.a8df6152-acc1-4cbf-9717-4e58b872f929.html

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