Forscher der Universität Cambridge haben möglicherweise eine Lösung für das mobile Telefonieren und mobiles Internet über Smartphones gefunden: “Delay Tolerant Networking” (DTN). Dabei läuft die Kommunikation über Mobiltelefone auch ohne das Vorhandensein von Sendemasten weiter. Informationen werden direkt von Handy zu Handy verschickt, sobald eine Verbindung zwischen zwei Endgeräten hergestellt werden kann. Ist der Versand von Daten nicht sofort möglich, werden sie einstweilen gespeichert und verschickt, sobald eine Verbindung zustande kommt.

Die Marktposition der Mobilfunkbetreiber gerät möglicherweise gehörig ins wanken. Nutzniesser wären auch hier die Smartphonehersteller und die Bereitssteller von Betriebssystemen für den Mobilfunk wie Android, Windows mobile oder Apple.

“Uns ist egal, über welche Funkvarianten die Daten weitergeleitet werden. Die Akkulaufzeit ist der wichtigere Aspekt”, sagt Jon Crowcroft. Der Informatikprofessor hat eine Programmiersprache entwickelt, die es Entwicklern vereinfachen soll, Anwendungen für derartige mobile Peer-to-Peer-Netze zu schreiben. Auf Basis von Microsofts “F#”-Projekt entwickelte das Team die Programmiersprache “Data-Driven Declarative Networking” (D3N), mit der besonders einfach Applikationen für solche Netze geschrieben werden können. Bei der Suche nach anderen Knoten im Netzwerk kommt nur das energiesparende und strahlungsarme Bluetooth zum Einsatz, WLAN wird erst bei Bedarf aktiviert. Wenn es seinem Team gelingt, diese Probleme in den Griff zu bekommen, könnten solche Netzwerke in naher Zukunft eine nützliche alternative Form der Kommunikation werden.

Mit Paul Gardner-Stephen von der Flinders University im Australischen Adelaide hat ein weiterer Wissenschaftler eine Software erfunden, mit der Telefonate von Handy zu Handy möglich sind, ganz ohne dass ein Mobilfunkbetreiber oder eine Verbindung zum Internet nötig ist. Wann der Forscher, der in der Vergangenheit schon so manche andere kleine Software auf seiner Homepage zum herunterladen angeboten hat, das Programm der Öffentlichkeit zugänglich machen will, ist noch nicht bekannt. Zunächst solle die Qualität und Reichweite der Telefongespräche weiter verbessert werden.

Es scheint so, daß in absehbarer Zeit keine Funktürme und Sendestationen in Wohngebieten mehr benötigt werden. Die Bevölkerung wird möglicherweise schon bald von den Schandflecken der Mobilfunkindustrie befreit werden.

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